Digital (Handy) detox
(fast) alle Menschen ab 10 Jahren besitzen ein Handy, meist ein Smartphone. Selbst in der Serengeti nutzen die „Masai“-Menschen neueste Smartphones. Für viele Menschen in Deutschland ist es essenziell, ein aktuelles Smartphone zu besitzen und in sozialen Netzwerken ihre sozialen Kontakte zu pflegen.
Social Media ist für die meisten ihrer Nutzer großartig und eine wunderbare Möglichkeit, jederzeit beliebig mit jedem unserer Freunde und/oder Kontakten in Verbindung zu treten. Egal ob Instagram, TikTok, WhatsApp, YouTube, oder sogar Business-Netzwerke wie LinkedIn oder das deutsche XING-Netzwerk sowie viele andere mehr: Alle schmeicheln unserem Bedarf nach Kontakt durch ihre angebotenen Interaktionsmöglichkeiten.
Hier ein „Like“, dort ein „Flame“, ein „Daumen hoch“ bei diesem Video, ein „Smiley“ an dieser Gruppennachricht und viele beiläufige (nach Aufmerksamkeit dürstende) Kommentare. Unter dem Strich wächst unsere Präsenz bei unseren Kontakten scheinbar Tag für Tag. Unbewusst setzen wir diese Art der Interaktion und Sichtbarkeit mit einer vermutlich wachsenden Bedeutung unserer Persönlichkeit für unsere Kontakte gleich. Umso wichtiger sind wir (wohl) für alle anderen, je mehr Interaktionen, Reaktionen und Statusaktualisierungen.
In der Zwischenzeit rieselt unsere Lebenszeit ungenutzt dahin. Wir haben nichts erschaffen, außer einer oberflächlichen Interaktion außerhalb unserer realen Welt.
Alltagstauglichkeit vs. Offline
Wer kam auf die Idee, unsere physischen Interaktionen, persönlichen Treffen, direkten Telefonate und unseren gemeinsamen Austausch durch soziale Netzwerke zu ersetzen? Warum sind diese Art unserer Interaktionen diesem System weniger wert als eine eingeschränkte digitale Unterhaltung oder Interaktion?
Man munkelt, digital sei eben alltagstauglich und helfe uns, unsere Zeit besser zu optimieren, weil „wir ja keine Zeit mehr haben“. Aha 🙄!
Klar können wir mit Menschen am anderen Ende der Welt interagieren, ohne gleich dorthin reisen zu müssen, was absolut seine Berechtigung hat. Warum jedoch steigern viele stetig ihre Konzentration auf ihre Kommunikation über diese virtuellen Kanäle? Was ist schlecht an einem persönlichen, zeitraubenden Treffen?

Digital Natives
...sind die aktuelle Generation der Jugendlichen, die mit einem Smartphone aufwachsen. Für diese klingt es fast wie ein steinzeitlicher Albtraum, wenn deren Eltern aus ihrer mobilfunkfreien Kindheit erzählen, so ganz ohne soziale Medien und ohne mobiles Internet.
Deren Eltern waren analog vollständig (sozial) integriert in Freundschaften, die sich mündlich verabredeten und sich tatsächlich in der realen Welt trafen, zum Schwimmen im Freibad oder im See, zum Kinobesuch, zum gemeinsamen Spielen (ohne Computerspiele) oder einfach zum Eis-Essen oder „Quatsch machen“.

Was ist seitdem passiert?
Das Internet wurde „erfunden“, die ursprünglich grauen Computer wurden weiterentwickelt, wurden bunt und verkleinert und in eine handliche Größe gebracht und als „Handy“ unter die Menschheit gestreut.
Soziale Medien wie Facebook, Instagram und TikTok wurden „erschaffen“, um die Menschheit zu beglücken und Jugendlichen ihre Offline-Verabredungen zu ersparen!
Damit aber nicht genug: Für diese Minicomputer, die zunächst als „Handhelds“ bezeichnet wurden, die späteren Raspberries und noch später/heute das iPhone und daneben zahlreiche Android-Smartphones, wurden mit Hochdruck sinnstiftende Anwendungen entwickelt.
Mit dem iPhone wurde zuerst beides harmonisiert: sowohl das stylishe und hochwertige Aussehen als auch die geschmeidig animierte „Oberfläche“, die nahezu jeden damaligen iPhone-Nutzer über das farbige Display verzauberte und den befriedigungsorientierten Verstand raubte.
Der Grundstein für die kommende zauberhafte Triebfeder wurde gelegt. Die aktuell laufende Evolutionsstufe nennt sich Gamification. Die spielerische Belohnung der Handynutzung über alle denkbaren Applikationen hinweg. (Noch) mit Ausnahme der generischen Standard-Apps wie Telefon-, Einstellungen- und Kamera-App (etc.).

Wer kennt es nicht? Sprachlern-Apps vergeben Punkte für absolvierte Lektionen, Soziale Apps wie TikTok vergeben Belohnungs-Punkte für das Mögen von fremden, geteilten Informationen. Eine Belohnung für das kollektive Interesse am „Leben der Anderen“*.
Doch wehe dem, der interessierte oder lernende Mensch, unterbricht seine tägliche Zeitverschwendung an diesen Apps, dann droht der vollständige Verlust dieser Belohnungs-Punkte. Doch wirklich registrieren wird niemand diesen Verlust (außer man selbst). Ein „Verlust“ (Gewinn) als Vorstufe zur Rückkehr ins wahre Leben, wird nur selten an die „große Glocke gehängt“ (altmodisch für: „Notification“). Ein Leben mit reduzierter Ablenkung, in Selbstbestimmung, mit Langeweile und in Gedanken vertieft.
Ein scheinbar auswegloser Kreislauf entsteht. Mitmenschen und Freunde aus den sozialen Netzen betrachten deshalb einen Abschied häufig als schwer zu akzeptierende Entscheidung. Freunde werden zuerst digital und später auch physisch „ignoriert“ bzw. neudeutsch: „entfolgt“.
Dies macht diese sogenannten „sozialen Medien“ zu wahren „asozialen Medien“, mit weitreichender Wirkung auf die menschliche Psyche der Betroffenen.

Zauberwort „Detox“
Ich habe mir die Mühe gemacht und habe zahlreiche Ideen zum Loslassen des Handys zusammengetragen. Es gibt unfassbar viele Kurse, Ratgeber und Bücher über die Reduzierung der digitalen Kommunikation. Zukünftig wird es auch Gesetze geben, die den Einstieg in soziale Netzwerke für Kinder erschweren sollen. Eine Art Illegalisierung der sozialen Netzwerke und Einschränkung für junge Menschen, die meistens bereits sehr schwer abhängig sind von diesen Netzwerken.
Bitte erinnere dich daran, dass unser gesellschaftliches systemisches/staatliches Konstrukt nach dem Handy im Alltag verlangt und immer häufiger unser Leben nur noch über das Handy und zukünftige ähnliche Technologien ermöglichen/beschränken möchte.
Klassische Beispiele sind Apps wie „CovPass“ oder künftige „Impfnachweise“, die unsere Technologie-Lenker* und viele andere „Werkzeuge“ (Apps) gern bei uns Menschen dauerhaft mobil platzieren wollen. Sicherlich werden Eltern von Digital-Natives-Kids sich an die ominösen geheimdienstlichen Aktivitäten aus den Nachrichten oder aus Gesprächen ihrer Familie oder von Freunden aus ihrer Kindheit erinnert fühlen. Jedoch ist das gemeine Handy durch die hoch technisierte Ausstattung geradezu dazu prädestiniert, uns Menschen nicht nur während jeden unserer Schritte zu beobachten oder in unserer Kommunikation gedanklich auszuspionieren.

Das widerspricht unserem freien Willen und ist eine schleichende Ungerechtigkeit. Wir können uns von diesem Korsett befreien, auch wenn man uns vielleicht auch mit Gesetzen in dieses Abhängigkeitskorsett hineinzwingen möchte.
Detox- und Befreiungs-Strategien
Kraft deines freien Willens heißt die Lösung „Handy abgewöhnen“ mit Digital Detox, Handy- oder Social-Media-Fasten. Werfen wir einen Blick auf mögliche Strategien:
- Im Handy feste Sperrzeiten und App-Limits für die süchtig machenden Apps setzen (wie Social-Media-Apps, Video-Apps, Spiele-Apps und Apps mit Nutzungs-Belohnungen wie einige Lern-Apps)
- Apps löschen (als kleines Ritual täglich/wöchentlich ungenutzte Apps vom Handy löschen und so die unendlichen Möglichkeiten auf minimal notwendige Apps zu reduzieren)
- Wahl eines offline „freundlicheren“ Handys:
- Nur noch gebrauchte Handys kaufen! Gegen den Konsumstrom, reduziert deinen Fußabdruck und spart Geld und Reizüberflutung und Gruppenzwang.
- Sogenannte „Dumbphones“, „Lightphones“, „Minimalphones“ oder gute alte (jetzt wieder neue und funktionsarme) Nokia-„Knochen“ anschaffen. Diese beschränken sich auf mental einflussarme Apps wie „Telefonieren“, SMS, Kalender, Musik (aus MP3-Dateien) abspielen sowie sehr wenige andere mehr. Die meisten verfügen über keine offizielle Möglichkeit, Social-Media-Apps zu installieren. So hat man Frieden vor WhatsApp, Instagram, TikTok & Co.
- Einige Telefone der Generation Dumbphones verfügen idealerweise über ein eInk-Display (‚elektronische Tinte‘ – Bildschirme wie sie bei e-Readern verbaut sind, wie in Kindle, Tolino und Co.). Das reduziert die optische Reizmenge auf ein fast schon schmerzhaftes Minimum und erhält die Lesbarkeit der Texte wie bei gedrucktem Text auf höchstem Niveau. Entweder Schwarz/Weiß oder Druckfarben, diese bilden keine intensiven Farben ab und erzeugen so nur schwache, augenfreundlichere Reize. Bei Sonnenlicht sind diese eine große Augenfreude. Videos schauen, ist dort allerdings eine weniger schöne Ruckel-Party.
- Abschied von allen „(a)sozialen Netzwerken“
- „Entfolge“ schrittweise allen „Freunden“ und erkläre ihnen, dass du ab sofort den persönlichen Kontakt bevorzugst und nicht länger über triviale Informationskrümel reden möchtest, sondern wieder eine herzliche Tiefe im Miteinander spüren willst.
- Teile nicht länger deine Gedanken auf Trivial-Niveau, sondern sammle diese nach guter alter Manier (gern auch schriftlich in einem für dich wertvollen Notizbuch), damit du beim nächsten Treffen mit deinen Freunden genug sinnvolle Gesprächsthemen anbieten und so echte menschliche Tiefe und Erfahrungen teilen kannst.
- Soziale Medien verfolgen ein asoziales Ziel, erkenne dies und wechsle von oberflächlichen Teilen auf
- anrufen,
- verabreden,
- treffen und
- Genüsslich und liebevoll menschlich teilen!
- Dein Herz und deine Seele werden dir sehr danken!
- Was sind soziale Medien und Netzwerke? Sie erlauben dir den Blick auf das Leben der anderen. Geben dir das Gefühl, intime Geheimnisse zu erspähen, treten dein Leben in der Öffentlichkeit breit, machen dich mit jedem Teilen zum Opfer der Urteile in Form von 👍😒👎👋 (Emojis), die neuen Urteilssprüche unserer emotionalen Ersatzsprache unserer Gefühle. Soziale Medien und Netzwerke lehnen direkte menschliche Verbindungen ab und bieten uns Menschen nur eine kontrollierte virtuelle Verbindung, die Maschinen und Netzwerke aufgrund von übergeordneten Nutzungsregeln und Algorithmen abschalten und dosieren können, wie es ihnen theoretisch gefällt.
- Dein physisches Leben beginnt mit der Abkehr von Facebook, Instagram, WhatsApp, Telegram, SnapChat, TikTok, WeChat und vielen anderen mehr. Du darfst dich immer entscheiden. Du darfst auch den ersten Schritt machen, um dann mit deinen Freunden offen über die ehemalige Sucht nach dem Leben der anderen zu diskutieren. 😉

Der echte Weg
Alle mir aktuell bekannten Detox-Strategien zeigen gute Alternativen zum digitalen Leben auf und helfen, die große Sucht etwas zu reduzieren. Sie versuchen, das menschliche Bewusstsein etwas zu schärfen. Unter dem Strich betrachtet sind sie nicht mutig genug, einen möglichen radikalen Schnitt zu beleuchten. Stattdessen betonen sie die digitale Abhängigkeit der Menschheit als Notwendigkeit für unser Überleben.

Das ist vergleichbar mit einer Entwöhnungs-Strategie (Entziehungskur) für Alkoholiker, bei der man dem Patienten hilft, die tägliche Alkoholmenge etwas zu reduzieren. Täglich konsumiert also der Kur-Patient statt (wie üblich) einen ganzen Liter Schnaps nur noch einen halben Liter, weil ja Alkohol unser „Überleben“ sichert.
🤔
Was soll das? Wie wäre denn ein Leben ohne digitale Abhängigkeit? Wie wäre es, wieder in der Welt (da draußen) zu leben, in der Natur, wenn wir uns wieder die Finger schmutzig machen, wieder handwerklich wunderbare Kunstwerke erschaffen, anstatt immer nur anderen Menschen beim Handwerken zuzusehen?
Digital war ein nettes Kapitel, um zu erkennen, dass wir nicht digital verbunden sein können. Wir haben nämlich etwas ganz Essentielles übersehen:
Wir Menschen sind nämlich bereits mit allen Menschen verbunden. Wir sind im größten Menschheitsnetzwerk des Universums, bereits alle „Mitglied“. Wir teilen bereits dauerhaft (unbewusst) unsere Gedanken, Gefühle und Erfahrungen. Alles ohne Einhaltung der Datenschutz-Grundverordnung. Verrückt!
Wir Menschen sind energetische Wesen und unsere Gedanken haben eine unendliche Reichweite (mindestens einmal um den ganzen Planeten herum). Hierzu gibt es interessante (wissenschaftliche) Experimente, die dies beweisen (… Findest du über Suchmaschinen).
Da wir allerdings ein Leben im Informationslärm verbringen, nehmen wir die Gedanken anderer Menschen meist nur sehr eingeschränkt oder gar nicht mehr wahr. Wir gönnen uns keine Gedanken-Stille. Wir kehren nur selten an die Orte unserer Kraft zurück: in die Natur, in den Wald, ans Meer oder in die Berge. Wir kommen nicht mehr zur Ruhe. Immer arbeiten, immer ablenken mit Konsum und sozialen Netzwerken, mit Diskussionen über sinnlose und banale Informationen.
Die Zeit ist reif, was denkst du?
Vielen Dank, dass du dir die Zeit nimmst, meine Gedanken zu erfassen.
In unendlicher Liebe und Dankbarkeit 🙏
Andy
Lesetipps zu Digital Detox:
Hier findest du weitere Informationen von anderen fleißigen Autoren, die das Thema digitale Entgiftung ernst nehmen:

Mein erster Lesetipp geht auf die Auswirkungen von sozialen Medien auf unsere Spiritualität ein. Eine gute Grundlage, um die wahre Tragweite besser zu verstehen!

Mein Lesetipp #2 ist ein guter Erfahrungsbericht und spiegelt unsere halbherzige Heilung von unserer digitalen Abhängigkeit wider. Vorsicht bezahlpflichtige Inhalte. Dieser Artikel ist noch kostenlos.





Typisches Merkmal von digitalen Geräten entwöhnter Jugendlicher: „Ich habe Langeweile, ich weiß nicht, was ich jetzt tun soll“. Die Autorin greift endlich auch diese Symptomatik auf.


Der Anbieter dieser Webseite bietet Seminare zum Thema Digital Detox an und veröffentlicht Ratgeber zum Thema richtiger Umgang mit digitalen Geräten und Social Media.
Nachfolgend eine „Forum-Diskussion“ auf reddit.com direkt aus dem Leben von unter der digitalen Welt leidenden „abhängigen“ Menschen. Ich finde ihn sehr authentisch und auch die Antworten sind passend und zeigen, wie wichtig eine Veränderung für uns alle ist. (Bitte ignoriere die vielen Rechtschreibfehler!)
Wie Lesse ich ein Buch
by u/tHheProdigy in buecher
Sehr authentische Forum-Diskussion zum Thema Alternativen zu digitalen Medien. Bitte ignoriert die vielen Rechtschreibfehler 😊





